Meine Vorstellungen über das Göttliche

 

Das Göttliche ist männlich und weiblich, also Gott und Göttin, positiv und negativ. Wobei ich das Göttliche nicht dual sehe, sondern universal, es vereint alle Attribute und Aspekte und Gegensätze in sich und ist in seiner Ganzheit neutral. Es ist nicht schwarz oder weiss, sondern schwarz bis weiss mit allen Farb- und Graunuancen dazwischen, es ist Licht und Dunkelheit und Liebe und Hass, es vereint alles in sich.

Ich habe eine transzendente und eine immanente Vorstellung des Göttlichen:

Das transzendente Göttliche ist körperlos, endlos, ewig, raum- und zeitlos, unvorstellbar, unbeschreiblich. Das Göttliche war schon da, als noch gar nichts existierte, kein Raum und keine Zeit und keine Materie und wird noch da sein, wenn einmal nichts mehr existieren wird.

In allen Zeiten und Kulturen haben die Menschen Vorstellungen über ihre Götter gehabt und auch Abbildungen geschaffen. Natürlich können wir kein Bildnis von dem Göttlichen erstellen. Wie sollen wir uns mit unserem begrenzten menschliches Verstand etwas Göttliches vorstellen können, etwas, dass so weit über unseren Verstand hinausgeht.

Die Abbildungen von Göttern und Göttinnen stellen Aspekte des abstrakten Göttlichen dar, so wie Menschen sich dies halt vorstellen können, als bedrohliche, schreckliche Göttin Kali, als den gehörten Gott Cernunnos, etc. Das Schlimme ist, dass die Menschen nicht begreifen, dass das Göttliche alle Göttinnen und Götter ist, es ist Zeus und Hera, Jupiter und Juno, Isis und Osiris, Allah, Jahwe, etc.

Es ist also müßig, sich darüber zu streiten, welcher Gott nun der wahre ist, denn alle Götter und Göttinnen sind das Göttliche, nur mit anderen Namen und anderer Gestalt und anderen Attributen. Wenn alle Menschen das Bewusstsein hätten, dass alle Götter das Göttliche sind, fänden keine sogenannten Glaubenskriege mehr statt, aber leider ist dem nicht so.

Was die unzähligen Rituale der verschiedenen Glaubensrichtungen betrifft, so sind diese sicher nicht von dem Göttlichen den Menschen "eingegeben" worden. Es handelt sich bei den Ritualen um Vorstellungen von Menschen, die sich diese oder jene Handlungen ausgedacht haben, die ihrer Meinung nach dem Göttlichen gefallen könnten. Es natürlich jedem überlassen, welche Namen er dem Göttlichen gibt, wie er es sich vorstellt, aber es ist sicher nicht "im Sinne" des Göttlichen, Tiere oder gar Menschen zu opfern. Menschen, die in der heutigen Zeit töten, verletzen, quälen, missbrauchen, weil sie glauben oder glauben wollen, ihren Göttern damit gefällig zu sein, weil so etwas in früheren Zeiten mal praktiziert wurde, sind meiner Ansicht nach krank im Kopf, das hat nichts mit Religion zu tun, sondern nur mit der Befriedigung abartiger Triebe.

Das immanente Göttliche ist das Multiversum, also alle Universen mit allen Elementen und Lebewesen.

Ich sehe die Erde mit allem was darauf ist, unser Sonnensystem und die ganzen anderen Universen als Teile des Göttlichen und als solche von uns zu verehren, nicht aber auszubeuten und zu zerstören. Man sollte immer daran denken, dass unsere Natur als Teil des Göttlichen als heilig anzusehen ist. Wer sonst als das Göttliche könnte z.B. die Sonne morgens aufgehen und abends untergehen lassen oder im Frühling die Blätter sprießen und im Herbst fallen lassen, wer außer dem Göttlichen hätte den Urknall initiieren können.

Leider ist es so, dass die Natur immer mehr von den Menschen pervertiert wird, aber das Göttliche "schaut nicht tatenlos zu", sondern "schlägt zurück", anscheinend merkt dies aber niemand oder es will keiner wahrhaben. Beispielsweise Überschwemmungen - Folge von Flussbegradigungen, Lawinen - Folge von Rodungen, BSE - Folge von Verfüttern von Tiermehl an Vegetarier, etc. Es bleibt abzuwarten, was die Gentechnologie bringt, das Göttliche wird nicht "begeistert sein", wenn Menschen meinen, Schöpfer spielen zu können.

Wir sollten uns immer bewusst sein, dass wir nur ein Teil der Natur sind, nicht ihre Beherrscher, es ist absolut anmaßend zu meinen, man könne etwas Göttliches beherrschen. Mit diesem Bewusstsein ist es auch müßig, darüber zu streiten, wem welche Gebiete dieser Erde gehören,  aber leider finden immer wieder Kriege wegen Gebietsansprüchen statt. Alles gehört zu dem Göttlichen, auch die Erde, die Natur ist ein Teil des Göttlichen und wir sind ein Teil der Natur - nicht mehr und nicht weniger.

© Lyta

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