Die Götter-Dreiheit (Triade) von Memphis

 

Memphis (Ineb-Hedj, Men-Nefer) 

Memphis wurde zu Beginn des Alten Reiches (ca. 2850 v. Chr.) gegründet. Es handelte sich ursprünglich um eine von den ersten altägyptischen Königen (Thiniten) erbaute Festung in Unterägypten mit dem Namen Ineb-Hedj, dies bedeutete „Weiße Mauer“. Später hieß die Stadt Men-Nefer („gefestigt und schön“ bzw. „es bleibt die Schönheit“), woraus die Griechen den Namen Memphis ableiteten. Ca. 200 Jahre nach dem Bau der Festung Ineb-Hedj war Memphis Reichshauptstadt bis zum Ende des Alten Reiches (ca. 2050 v. Chr.). Seit dem Mittleren Reich war dann Theben die Reichshauptstadt, aber Memphis blieb eine der bedeutendsten Städte des altägyptischen Reichs und war sogar noch während der griechisch-römischen Zeit ein religiöses Zentrum. Die strategische Bedeutung von Memphis ergab sich aus seiner geographischen Lage an der unteren Spitze des Deltas, wo Unter- und Oberägypten aufeinander trafen. 

Die Ruinen der Stadt Memphis waren noch bis zum 12./13. Jahrhundert n. Chr. erhalten, heute gibt es leider nur noch ein paar Überreste der einstmals prachtvollen Stadt. 

Man findet in der Nähe des Dorfes Mit Rahina noch eine Kolossalfigur Ramses II. Die große Statue ist aus hartem Kalkstein gearbeitet und hatte ursprünglich wohl eine Länge von über 13 m. Heute liegt sie geschützt in einem eigens für sie errichteten Gebäude. Unweit dessen findet man eine schön gearbeitete Alabaster-Sphinx, die den Südeingang des Ptah-Tempels geschmückt haben soll.

Kolossalfigur Rames II Alabaster-Sphinx

 

Westlich von Memphis erstreckt sich über ca. 7 km die Nekropole von Sakkara, die Begräbnisstätte von Memphis. Hier wurden im Alten Reich die Würdenträger bestattet. In der Nekropole findet man eine Vielzahl von Grabstätten aus allen Epochen der ägyptischen Geschichte.

Ca. 300 Jahre vor dem Bau der ersten Pyramiden ist die Stufenpyramide von Sakkara (rund 70 m hoch) entstanden. 

Es handelte sich hierbei um die Übereinandersetzung mehrerer Mastabas (traditionelle Gräber der alten Ägypter). 

Mastabas waren meist rechteckige Lehm-Gebäude mit Flachdach und mehreren Räumen. 

 

 

Götter-Dreiheit (Triade) von Memphis 

Die Kosmonogie von Memphis handelte von dem Schöpfergott Ptah, seiner Frau Sachmet und seinem Sohn Nefertem. 

Ptah und Sachmet (Sechmet) 

Nefertem 

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Ptah 

Die Kosmonogie von Memphis besagte, dass der Gott Ptah die Welt und die Götter durch das Wort und die Gedanken entstehen ließ. Er entstieg aus dem Urgewässer und brachte mit den sog. Schöpferorganen Herz und Zunge die Götter-Neunheit von Heliopolis hervor. Das Herz war der Geist, der die Gedanken formte und die Zunge folgte den Befehlen des Herzens und sprach sie aus. Ptah erschuf die Götter, indem er ihre Namen nannte (auch Atum, den Schöpfergott von Heliopolis) und wies ihnen Kultstätten zu, an denen sie verehrt werden konnten. Ptah begründete moralische Wertvorstellungen und errichtete in Ägypten ein politisches System, indem er das Land in die Gaue unterteilte.

Ptah wurde meistens als Mann in einem engen Gewand mit
kahlgeschorenem Kopf und einer enganliegenden Haube
dargestellt. In den Händen hält er einen Stab als Symbol für
Macht und Kraft.

Ab dem Mittleren Reich wurde er mit einem abstehenden Kinnbart abgebildet.

Ptah ist außer Schöpfergott auch der Gott des Handwerks und soll die Kunst der Metallbearbeitung und der Bildhauerei erfunden haben. Imhotep, der Erbauer der Stufenpyramide, wurde später als sein Sohn betrachtet.

In Memphis verschmolzen die Götter Ptah und Tatenen zum Gott Ptah-Tatenen. 

Tatenen (Tenen, Ten) ist ein Ur- und Erdgott, sein Name bedeutet „Das erhobene Land“, womit der Urhügel gemeint war. 

Ptah wurde durch die Verschmelzung mit Tatenen zum Urhügel selbst, analog zum Gott Atum aus der Enneade von Heliopolis, der in einigen alten Texten ebenfalls mit dem Urhügel gleichgesetzt wurde, der aus Nun hervorging. 

 

Sachmet (Sechmet) 

Sachmet („Die Mächtige“) ist eine Kriegsgöttin und Gemahlin von Ptah. Sie wurde als „Mutter des Pharao“ bezeichnet, den in den Kampf begleitet und Angst und Schrecken verbreitet. Ihre Waffen sind Pfeile, mit denen sie Herzen durchschießt und die heißen Wüstenwinde sind ihr Feueratem. Sachmet ist eine Zauberin mit magischem Wissen über Heilkunde.

Dargestellt wurde Sachmet als Löwin oder Frau mit
Löwenkopf. Sie hält in ihren Händen die Lebens-
schleife und als Zeichen für Unterägypten ein
Papyruszepter.
Die Darstellungen ähneln denen der Göttin Tefnut,
Sachmet wurde ebenfalls das Sonnenauge des
Re zugeordnet.
v.l.n.r.: Nefertem, Sachmet und Ptah
 
Nefertem
Nefertem ("Der ganz Schöne, "Der ganz Vollkommene")
ist der Sohn von Sachmet und Ptah. Er ist der Gott des
Wohlgeruchs.

Darstellungen zeigen ihn meist anthropomorph mit einer
Lotosblume auf dem Kopf oder in der Hand. Er verkörpert
die Lotosblüte, aus der nach einigen Texten Ra hervorging
(vgl. Götter-Achtheit von Hermopolis).

Manchmal wurde Nefertem auch wie seine Mutter Sachmet mit einem Löwenkopf abgebildet.

 

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