Die Götter-Achtheit (Ogdoade) von Hermopolis  

 

 

Hermopolis (Schmun) 

Der Name der alten ägyptischen Stadt war Schmun. „Schmun“ bedeutet “Acht”. Schmun war die Hauptstadt des 15. oberägyptischen Gaus und Kultort des Gottes Thot, dem Hauptgott von Schmun.

Während des Alten, Mittleren und des Neuen Reiches sowie in der griechisch-ägyptischen Zeit war der Ort eine der bedeutendsten Siedlungen in Ägypten, wobei die Bedeutung mehr religiöser als politischer Art war. Die Griechen nannten die Stadt Hermopolis, da sie in dem Gott Thot ihren Gott Hermes sahen. Die Stadt heißt heute El Aschmunein. 

Bei Ausgrabungen in der Hermopolis-Nekropole bei Tunah al-Jabal ist ein Gewirr von unterirdischen Strassen entdeckt worden, die mit der Kultstätte des Gottes Thot verbunden waren und das Grab von Petosiris, dem berühmten Hohepriester des Thot aus der Zeit Alexanders des Grossen. Westlich von Hermopolis fand man Begräbnisstätten von Ibissen und Affen, die als heilige Tiere des Thot galten. Außerdem wurden Teile des Thot-Tempels freigelegt. 

Als Nekropole werden die Friedhöfe bzw. ganze Totenstädte, also Grabanlagen und Weihestätten für die Verstorbenen, bezeichnet. Nekropolis ist die griechische Bezeichnung für Totenstadt.

 

Pavianfigur des Gottes Thot, 18. Dynastie, um 1380 v. Chr. Grabtempel des Petosiris,
spätes 4. Jh. v. Chr.
Tongefäße in den Isis- katakomben, in denen die Ibisse beigesetzt wurden

 

 

(siehe auch Der Totenkult der alten Ägypter ® „Das Totengericht“ ® Thot)

 

 

Götter-Achtheit (Ogdoade) von Hermopolis

Die Kosmonogie von Hermopolis handelt von 4 Götterpaaren, die die Urkräfte verkörpern: 

 

Nun und Naunet 

Hah (Huh) und Hauhet 

Kuk und Kauket 

Amun und Amaunet 

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Die in den Götterpaaren personifizierten Kräfte stehen als Symbole der noch ungeordneten, chaotischen Welt vor der eigentlichen Schöpfung. Erst nach und aus ihnen entstand das erste Land, der "Urhügel", auf dem dann Hermopolis erbaut worden sein soll bzw. Hermopolis als Urhügel selbst. 

Die Urgötter wurden als Frösche bzw. in menschlicher Gestalt mit einem Froschkopf und die Urgöttinnen wurden als Schlange bzw. mit einem Schlangenkopf dargestellt als urzeitliche Erscheinungsformen des Göttlichen (Netjer, siehe: Einführung).

 

Nun und Naunet 

Nun und seine Gattin Naunet bildeten laut der Kosmonogie von Hermopolis zusammen das Urgewässer des Nichts (Urchaos). 

In einigen alten Texten erscheint Naunet wie eine unterirdische Ergänzung zum Himmel und wird damit zu einer Art Gegenhimmel, den die Sonne bei Nacht durchwandert.

(vgl. Göttin Nut / Enneade von Heliopolis

 

Hah (Huh) und Hauhet 

Hah und seine Gattin Hauhet verkörpern die Ewigkeit bzw. Endlosigkeit des Raums, die Unendlichkeit. Hah gilt als Himmelsträger und wurde manchmal mit erhobenen Armen den Himmel tragend dargestellt. 

 

Kuk und Kauket 

Kuk und seine Gattin Kauket sind die Finsternis, die Dunkelheit vor der Erschaffung der Gestirne. Kuk verkörpert die chaotischen Eigenschaften vor der Schöpfung. 

 

Amun und Amaunet 

Amun und seine Gattin Amaunet verkörpern die Unsichtbarkeit. Amaunet gilt als Gottesmutter der Urzeit, Inschriften bezeichnen sie als „Mutter, die Vater war“. Der Name Amun bedeutet „Der Verborgene“. Er war zunächst ein Windgott, „Der im unsichtbaren Lufthauch Wirkende“, Beherrscher der Lüfte.

In der Stadt Theben wurde Amun als Götterkönig und Reichsgott verehrt. (siehe: Dreiheit von Theben)

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Über die Entstehung der Welt, nachdem aus und durch die Urgötter der Urhügel entstanden war, gibt es verschiedene Versionen:

 

 

 

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